Raw Food oder die Wiederbelebung der Rohkostküche

Raw Food oder die Wiederbelebung der Rohkostküche


Wer bei Raw Food an geraspelte Möhren und Gemüsesticks denkt, hat noch nichts von der aktuellen Rohkostbewegung gehört. Lasagne, Haferkekse, Mousse au chocolat… das alles ist auf Rohkostbasis möglich. Auch wenn Kritiker bezweifeln, sich auf diese Art dauerhaft ausgewogen ernähren zu können, sind Stars wie Nena und Demi Moore überzeugt davon – und sprechen von einer völlig neuen Wahrnehmung beim Essen.

Menschen, die sich rohköstlich ernähren, halten gekochtes Essen für tot. Rohköstler erhitzen ihre Nahrung nicht über 42 Grad, damit die im Essen enthaltenen Enzyme nicht zerstört werden. Anhänger gehen davon aus, dass der menschliche Körper ungekochte Nahrung besser verwerten kann. Gekochtes oder industriell verarbeitetes Essen produziert im Gegensatz zu basischer Rohkost zu viel Säure im Körper. Die Folge: Giftstoffe lagern sich an.

Bei der Rohkost bleiben Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Das fördert eine gesunde Verdauung, das Darmmilieu übersäuert nicht, der Körper entgiftet. Zudem, so sagen Rohkostfans, stellt sich ein völlig neues Gespür dafür ein, welche Lebensmittel dem Körper wirklich gut tun.
Was kommt bei Rohköstlern also auf den Tisch? Zu den Grundnahrungsmitteln beim Raw Food zählen Obst – frisch oder getrocknet – sowie Gemüse. Weiterhin erlaubt sind Nüsse und Samen, Sprossen, kaltgepresste Öle wie Oliven- oder Kokosöl (hier unser Rezept für einen leckeren Rohkostriegel), Kräuter und Getreideflocken.

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Wer sich rohköstlich, aber nicht vegetarisch oder vegan ernährt, kann auch zu Rohmilchprodukten oder zu rohem Fisch oder Fleisch greifen. Auch wenn die Auswahl übersichtlich klingt, lassen sich mit entsprechendem Equipment wie Dörrgerät oder Spiralschneider leckere Gerichte kreieren. Die positiven Auswirkungen der kalten Küche sind, so sagen Raw Foodler, vielfältig: Mehr Energie im Alltag, ein besseres Immunsystem, weniger Allergien, ein intaktes Säure-Basen-Gleichgewicht, Linderung von chronischen Schmerzen, Gewichtsabnahme bis hin zu besserem Sehen und geistiger Klarheit.

Nichtsdestotrotz ist die vollständige Umstellung auf Rohkost-Ernährung für die Meisten ein Schritt zu weit. Viele Rohköstler fahren mit einem Anteil von 70-80 Prozent roher Speisen gut. Wer sich für Raw Food entscheidet, sollte die Umstellung langsam angehen, denn der Körper braucht Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen. Ein Salat vor dem Essen oder ein grüner Smoothie am Morgen können ein Anfang sein.