Kokosnussfasern als Polstermaterial

Kokosnussfasern als Polstermaterial


In einer aktuellen Studie aus Brasilien wurde getestet, wie gut sich die Fasern von jungen Kokosnüssen als Verpackungsmaterial eignen. Fasern von ausgewachsenen Kokosnüssen finden bereits vielseitg Anwendung , z.B. für Matten, Bürsten, Seile und vieles mehr. Die Schalen von jungen Kokosnüssen, die bei der Produktion von Kokoswasser in großen Mengen anfallen, werden jedoch kaum weiterverarbeitet und stellen daher häufig ein ernstes Müllproblem dar. Die Forscher benutzten für ihre Studie sowohl die natürlichen Fasern ohne Zusätze als auch geformte Pads aus Kokosnussfasern, die mit Stoffen wie Naturlatex und Tapiokastärke zusammengehalten werden. Diese sehen so aus:

Kokosnussfasern als Polstermaterial

Um die Eignung als Polstermaterial zu testen wurde ein Stoßdämpfungstest durchgeführt, bei dem Boxen mit den in Kokosfasern verpackten Produkten aus 0,3 m fallen gelassen wurden. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Kokosfasern durchaus ein geeignetes Verpackungsmaterial für bruchanfällige Ware, wie z.B. Äpfel, sein können. Die Leistung der Kokospads wurde durch die Klebematerialen nicht verbessert. Im Gegenteil: Kokosfasern ohne Zusatzstoffe schnitten in dem Test am besten ab, speziell bei höheren Gewichten. Gerade dadurch, dass man die Kokosfasen von ganzen Kokosnüssen und nicht von zerkleinerten Schalen gewinnen konnte, waren die Fasern recht lang (im Schnitt ca. 15 cm) und sind somit besonders gut als Verpackungsmaterial verwendbar. Allerdings lassen sich die Kokosnussfasern durch die Zugabe von Klebemitteln besser bearbeiten und formen und bieten daher mehr Möglichkeiten zur Verwendung als Polstermaterial. Zudem können die Klebemittel die Widerstandsfähigkeit der Pads erhöhen.

 

Quelle: Clívia D. Pinho da Costa Castro, José de Assis Fonseca Faria, Tiago Bassani Hellmeister Dantas: Testing the Use of Coconut Fiber as a Cushioning Material for Transport Packaging, Materials Sciences and Applications, 2012, 3, 151-156.

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  1. 1
    Yvonne

    Klasse – durch das Umdenken in solchen Richtungen, können alternative Lösungen gefunden werden. Nur so ist es möglich, andere Wege einzuschlagen und so der Umwelt zuliebe, Kokosnuss als Verpackungsmaterial zu nutzen. Wie sieht es mit der Haltbarkeit dieser Verpackungen aus? Nimmt diese Art Material schneller einen Schaden in Berührung mit Flüssigkeiten oder anderen Stoffen? Gerade, die Go Green Variante einiger Versandpartner finde ich ebenso interessant, da wäre eine Integration dieser Verarbeitung von Kokosfasern denkbar!

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