Janna von KULAU zu Besuch in Sri Lanka

Janna von KULAU zu Besuch in Sri Lanka


„Hier bin ich, hier müsst ihr rein!“, wild winkend wurde unsere Mitarbeiterin Janna Anfang Februar von Prasanna, General Manager von Target Agriculture, in Sri Lanka begrüßt. Etliche Kilometer, viele Stunden im Auto und unzählige falsch genommene Abfahrten lagen da bereits hinter ihr, bis sie endlich ihr Ziel im Südwesten Sri Lankas erreichte.

„Dort werden zwar immer Adressen genannt, aber wenn du dann da bist … „
„Steht da ein Baum?“

Janna lacht. „Nein, das nicht. Es gibt die Straßen schon, aber dann steht da die Hausummer 240 und direkt daneben die Nummer 3. Ich glaube jeder gibt sich seine Hausnummer da mehr oder weniger selbst, d. h. also wir haben das Ziel nicht wirklich gefunden, bis Prasanna dann irgendwann winkend aus der Straße rausgekommen ist.“

Dach aus geflochtenen Kokosblaettern

Bewaffnet mit Kamera und Neugier wollte Janna an diesem Tag den Produktionsprozess einer Kokosnuss bis zum Kokosnussprodukt Schritt für Schritt nachvollziehen. Prasanna sollte sie dabei begleiten und alle wichtigen Prozesse und Stationen ausführlich erklären. Bevor die Führung losging, servierte Prasanna für Janna und ihre Begleitung erstmal ein typisch singhalesisches Frühstück.

“Es ist für uns Europäer ein wenig ungewohnt zu Gast in singhalesischen Haushalten zu sein. So wie ich es erlebt habe, setzt man sich als Gast an den Tisch und wartet darauf, dass sich die Gastgeber auch setzen. Das ist aber nicht der Fall. Sie bleiben während des gesamten Essens einfach stehen und man unterhält sich.”

Nach dem reichhaltigen Frühstück ging es zur ersten Station, eine Mischkulturplantage in Gampaha.

“Dort gab es ein ca. 2,5 ha großes Feld und ein einziges, kleines Haus. Ein alter Mann und eine alte Frau, die dort wohnten, haben uns direkt auf ihrem Land herumgeführt. Da es sich um eine Mischkultur handelte, wuchsen dort nicht nur Kokosnusspalmen, sondern auch andere Dinge wie z. B. Ananas, Papaya, Chili, Bananen, Rambutan und Pfeffer.”

Man erntet Kokosnuesse

Das Paar bewirtschaftet sein Land nicht allein, sondern erhält für die Kokosnussernte tatkräftige Unterstützung von Erntehelfern. Diese „pflücken“ die Kokosnüsse meist mithilfe eines langen Bambusstabs, der am Ende mit einer Sichel bestückt ist, mit der die Kokosnüsse gezielt abgetrennt werden können. Manchmal, wenn die Nüsse zu hoch hängen und mit dem Bambusstab nicht mehr erreichbar sind, klettern die Erntehelfer aber auch schnell und wendig die Palme bis nach oben, wie ein Arbeiter vor Ort ohne Probleme demonstrierte. Der ältere Mann hingegen arbeitet verständlicherweise lieber am Boden und zeigte Janna, wie er die Blätter der Kokospalmen zerkleinert und als Kompost fürs gesamte Feld weiterverwendet.

kokosblaetter-kompostieren

„Ich hatte das Gefühl der Mann hat sich gefreut, dass wir uns so für sein Feld und seine tägliche Arbeit interessierten. Er erzählte sehr ausführlich darüber und posierte bereitwillig für unsere Kamera. Das auch gern öfter. Ich glaube das war ein ganz schöner Tag für ihn.“

Nachdem Janna also genug Fotos und Videos im Kasten hatte, verabschiedeten sie sich vom Pärchen und es ging weiter zur nächsten Station. Nicht weit von der Plantage entfernt werden die geernteten Nüsse von ihrer Schale befreit.

Fasern von Kokosnussschalen

„Da sahen wir dann 4 muskulöse Männer, die jeder ihren eigenen Spot hatten, umgeben von riesigen Kokosnussbergen. Auf der einen Seite lagen die frisch geernteten Nüsse, auf der anderen Seite die Schalen. Hinter sich haben sie den Kern, also die braune Kokosnuss, wie wir sie hier auch kennen, geworfen. Sie machen das den ganzen Tag und ein Mann schafft etwa 1000 Nüsse täglich. 1000 Nüsse!“

Die Kerne werden anschließend weitertransportiert zur nächsten Station. In diesem Fall gab es ganz in der Nähe eine Produktionshalle, wo das Kokosnussfleisch zu Kokosraspeln verarbeitet wird.

„Ich hätte zu gern die Produktion gesehen, wo unser Kokosmehl hergestellt wird, aber das war an diesem Tag leider nicht mehr möglich. Das hätte eine längere Fahrt ins Landesinnere bedeutet und da es schon recht spät und es in Sri Lanka bereits 18 Uhr stockduster ist, hat es nicht mehr geklappt. Prasanna meinte aber, dass der Prozess von der Ernte bis zur Fruchtfleischgewinnung der gleiche sei.“

Angekommen an der dritten Station also, konnte Janna endlich die Verarbeitung des Fleisches selbst nachvollziehen.

„Außerhalb des Gebäudes, weil ja innen alles steril sein muss, saßen 8 – 10 Männer und Frauen hintereinander und hatten eigentlich nur ein spitzes Messer vor sich. Damit und mit einer bestimmten Technik, haben sie dann das Kokosfleisch von der harten Schale getrennt, aber so, dass wirklich der ganze Ball erhalten blieb. Diese Bälle haben sie dann auf ein Förderband geschmissen, das ins Gebäudeinnere führte.“

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„Okay, dann ging es also in die Produktionshalle, where the magic happens, sozusagen. Wie ging es da weiter?“

„Genau, im Gebäude selbst mussten wir uns Schuh- und Haarschutz überziehen, so wie alle anderen Arbeiter auch. Prasanna ging mit uns dann durch diese Halle, in der es ziemlich warm war und zeigte uns die einzelnen Prozesse. Erst werden die Nüsse händisch von ihrer braunen Haut befreit. Danach laufen die Nüsse durch ein Wasserbad, um das Fleisch zu waschen. Anschließend wird es in grobe Stücke geteilt und von den Arbeitern kontrolliert, nach dem Motto: ‚Sind das gute Stücke? Wollen wir die haben?‘. Dann geht es zu einem Heizbehälter, in dem das Ganze sehr kurz für 9 Sekunden auf 100 °C erhitzt wird, um Bakterien abzutöten. Danach geht es weiter zur Trocknung. Interessant dabei war, dass der Ofen, der zur Trocknung angeheizt wurde mit den braunen Kokosnussschalen befeuert wurde, die sie draußen entfernt hatten. Dort wird also tatsächlich die komplette Kokosnuss verwertet.“

Janna erzählt außerdem, dass sie auf ihrer Reise durch Sri Lanka immer wieder Produkte gesehen hat, die aus Kokosnussschalen hergestellt wurden. Darunter Holzlöffel, Matratzen, Besen und Seile.

Loeffel und Kellen aus Kokosnuessen

„Man merkt schon, dass die Kokosnuss ähnlich wie auf den Philippinen und in Indonesien eine große Rolle in Sri Lanka spielt. Ob Haushaltsgegenstände, Nahrung oder Dünger: sie wird für sämtliche Lebensbereiche verwertet.“

Zurück in der kleinen Fabrik nähert sich Janna dem letzten Prozess: der Zerkleinerung in Kokosraspeln. Dies geschieht, vor den Augen und Händen Neugieriger geschützt, in einer Maschine. Anschließend liefen die Raspeln über ein Schüttelband vorbei an den wachsamen Augen der Mitarbeiterinnen. Eine letzte Kontrolle, ob alle Stücke gut aussehen. Alle Raspeln, die es durch die Kontrolle geschafft hatten, fielen letztendlich in große Säcke und wurden so abgefüllt.

Janna sagt an diesem Tag wurde ihr nochmals bewusst, warum Bio-Kokosprodukte so einen hohen Preis haben und warum es auch so sein muss. Von der Ernte bis zur Abfüllung werden sehr viele Schritte getan: es gibt langwierige, mühselige Prozesse, weite Wege werden zurückgelegt und viele Menschen arbeiten von Hand bei der Herstellung der Produkte mit, damit eine hohe Qualität gewährleistet werden kann.

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Die brütende Hitze und der raumerfüllende Duft nach Kokosnuss machte hungrig und so ging ein langer Tag mit einem gemeinsamen Abendessen zu Ende.

„Auf unserem Rückweg nach Colombo hielten wir noch an einem singhalesischen Restaurant und aßen gemeinsam. Alles in allem war es ein toller Tag. Es war schön zu sehen, woher unsere Produkte stammen und welche Leute an dem Prozess beteiligt sind.“

Janna arbeitet seit Januar 2015 für KULAU und ist unsere Messe- und Eventplanerin. Vorher lebte und arbeitete sie im schönen Bremen – erst bei einer Eventagentur und anschließend bei einer Spedition in der Marketingabteilung. An Berlin schätzt sie das kulturelle Angebot und vor allem die kulinarische Vielfalt. Die herbe Nordseebrise vermisst sie manchmal trotzdem.

“Und Dein liebstes KULAU-Produkt ist…?”

„Kokoscurry! Definitiv das Kokoscurry.. Das nutz ich echt oft und gern beim Kochen. Am liebsten in Kombination mit Kokosmilch, etwas Gemüse und Hähnchenfleisch. Das ist so simpel und schmeckt richtig lecker. Nur zu viel sollte man nicht nehmen, sonst kann’s schnell richtig scharf werden.“

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