Algen – Lebensmittel der Zukunft

Algen – Lebensmittel der Zukunft


Viele Menschen schauen uns noch immer skeptisch an, wenn wir ihnen erzählen, dass wir essbare Algenprodukte wie Seaweed Snacks oder die Bouillon aus Algen produzieren und vertreiben. Nach dem Motto „Das kann doch unmöglich schmecken!“ stellen sie nicht nur den Genuss in Frage, sondern assoziieren Algen direkt mit negativen Eigenschaften wie „unerwünscht, schädlich und lästig“. Man beschäftigt sich als Otto Normalverbraucher auch nicht unbedingt intensiv mit dem Thema Alge, es sei denn der eigene Pool oder das Aquarium des Goldfischs ist damit befallen. Verständlich also, dass man hierzulande erstmal abwehrend reagiert und dankend ablehnt, wenn man ein Algengericht probieren soll. Dass Algen aber eine unglaubliche Nährstoffpower haben und noch dazu richtig lecker schmecken, soll dieser Artikel verdeutlichen.

Erst zu Weihnachten hatte das KULAU Team ein erstklassiges Weihnachtsdinner, bei dem jeder Gang unsere KULAU Bio-Algen enthielt: ein Obst-Gemüse-Algen-Tartar mit Kokossauce, ein Mango-Algen-Chutney, Algenpesto, Blätterteigtaschen mit Ziegenkäse und Tomaten-Algen-Chutney, Algen-Cracker u. v. m. Wir schwärmen noch heute in unseren Mittagspausen davon. Zugegeben, pure Algen sind in den wenigsten Fällen etwas, das man direkt genießen kann. Es bedarf etwas Zubereitungszeit und -kunst, aber ihre Inhaltsstoffe sind phänomenal. Es war selten so einfach seinen Körper mit nur einem einzigen Lebensmittel mit einer derartigen Fülle an wertvollen Nährstoffen zu versorgen.
Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Ich persönlich pflege zu dem Thema ja zu sagen: Es ist wie mit Club Mate. Beim ersten Mal schmeckt es wie ein ausgespülter Aschenbecher. Der Geschmack ist fremd und ungewohnt, doch nach einer Weile liebt man diese koffeinhaltigen Brause. Selbiges also bei den Algen. Sobald die Berührungsängste überwunden sind und man den Algen eine Chance gibt, wird man mit jeder Menge wertvollen Nährstoffen und außergewöhnlichem Geschmack belohnt.

Also, besser jetzt schon mal mit dem Geschmack anfreunden, denn Algen werden als das „Lebensmittel der Zukunft“ angesehen, leben doch bis 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf der Welt. Aufgrund von Überfischung und der immer knapper werdenden agrarischen Nutzfläche, muss das Potenzial des Meeres genutzt werden, welches immerhin 70 % der Erdoberfläche ausmacht. Die darin enthaltenen Algen können uns nicht nur mit einer Fülle wichtiger Nährstoffe versorgen, sondern wachsen auch 10-30 x schneller als Landpflanzen. Abgesehen davon enthalten 70 % unserer Lebensmittel bereits Algen. Damit gemeint sind Mikroalgen (u. a. in Babynahrung enthalten und als blauer Farbstoff in Gummibärchen und Eis genutzt) und Extrakte aus Makroalgen, sogenannte Alginate, die u. a. als Gelier- oder Verdickungsmittel dienen und sich in Zutatenauflistungen hinter den E-Nummern E 401-407 verstecken. Für viele Veganer spielen vor allem auch Mikroalgen in Form von Pulvern oder Tabletten eine große Rolle, da sie als Nahrungsergänzungsmittel als Lieferant von Vitamin B12 und Omega-Fettsäuren dienen, die sonst hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln enthalten sind.

Was ist der Unterschied zwischen Mikro- und Makroalgen?
Im Wasser lebende Pflanzen bezeichnet man generell als Algen, doch eigentlich wird zwischen zwei Gruppen unterschieden:
Makroalgen – Rot-, Grün- und Braunalgen – sind das, was man sich klassischerweise als Meeresalgen bzw. Unterwasserpflanzen vorstellt und sind echte Pflanzen.
Mikroalgen – Blaualgen oder auch Blaugrünalgen – sind keine Pflanzen, sondern Bakterien.
Beiden Arten gemein ist, dass sie Photosynthese betreiben (wandeln Sonnenlicht in Energie um) und somit 80-90 % des Sauerstoffs unserer Erde erzeugen. D. h. alle Grünpflanzen der Welt zusammen produzieren „gerade mal“ die restlichen 10-20 %.

Sind essbare Algen eigentlich gut für uns?
Was die Asiaten und viele Europäer, die an der Küste leben (Irländer, Norweger, Franzosen, Spanier, etc.) wissen es schon viel länger: Meeresalgen sind ein echtes Superfood.  Einige Experten sind sogar der Meinung, dass die Brustkrebsrate bei Frauen in Japan deswegen so niedrig ist, weil Algen dort zur täglichen Ernährung gehören. Aber das ist nur eine Vermutung. Die niedrigere Krebsrate kann aber natürlich auch an der vollwertigen Japanischen Kost liegen mit hohem Gemüseanteil.  Algen weisen auf jeden Fall einen hohen Jodgehalt auf. Der jodgehalt schwankt von Alge zu Alge und von den KULAU Norisnacks z.B. kann man sogar relativ viel essen ohne an von der Deutschen Gesellschaft für Enährung (DGE) empfohlene Grenzen zu stoßen.  Die richtige Dosierung sollte mit dem Hausarzt besprochen werden, die DGE empfehlt aber generell nicht mehr als 200 µg (= 0,2 mg) am Tag zu sich zu nehmen. .Jod ist unter anderem essentiell für die Hormonbildung in der Schilddrüse, aber auch für eine reibungslose Funktion der Brustdrüsen, vor allem während einer Schwangerschaft. Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) leiden die meisten Menschen in Deutschland übrigens an Jodmangel, dessen Folge im schlimmsten Fall eine Schilddrüsenunterfunktion sein kann. Meeresalgen könnten hier unterstützend bei der Jodversorgung wirken, allerdings ist der Jodgehalt für europäische Verhältnisse extrem hoch, weshalb viele Algen nur in Maßen genossen werden sollten.
Doch nicht nur von innen wirken die Meerespflanzen: Algenmasken und -cremes eignen sich übrigens auch hervorragend zur Pflege der Haut in Form von Algencremes oder z.B. auch Algenpeelings.

Nehmen Algen nicht auch genauso die schädlichen Stoffe des Meeres auf?
Einer der Gründe, dass das Meeresgemüse eine so große Quelle an Nährstoffen ist, ist ihre Absorptionsfähigkeit (= Stoffe aufnehmen und umwandeln). Neben Nährstoffen können Algen auch Toxine und Schwermetalle aus ihrer Umwelt binden und diese dann nachhaltig abbauen. Sie reinigen somit das Meer.
Um zu verhindern, dass man diese schädlichen Stoffe nicht dem eigenen Körper zufügt, ist es ratsam nur Algen aus biologischem Anbau zu verzehren und aus sauberen Meeren. Die KULAU Bio-Algen für die Algenbouillon wachsen in einem Wasserschutzgebiet, welches von Schiffen nicht durchquerbar ist und durchlaufen zahlreiche Qualitätskontrollen, um auszuschließen, dass sich Schadstoffe in den Produkten befinden. Diese Qualitätskontrollen sind keine Vorschrift, denn es gibt bis dato keine Grenzwerte für erlaubte enthaltene Schwermetalle in Algen, weder für den Bio-, noch den konventionellen Handel. Wir legen trotzdem viel Wert auf diese Kontrollen und möchten eine hohe Qualität gewährleisten.

Tipps zum Verzehr der Algen
Um von den vielen Vorteilen der Meerespflanzen zu profitieren, ist es nicht nötig große Mengen davon zu sich zu nehmen und sie zum Mittelpunkt eines jeden Gerichts zu machen. Viel ratsamer ist es sie in kleinen Dosen in seine Rezepte zu integrieren und den Speiseplan mit einer regulären Dosis Alge zu bereichern. Ob das als Seaweed Snack Topping für einen Salat ( die KULAU Norisnacks), Grundlage für einen Eintopf (KULAU Bio-Algenbouillon), besondere Würze für den Reis (KULAU Bio-Algensalz) oder besonderer Snack zwischendurch (KULAU Bio-Nori-Snack) ist. Dieser Fakt dürfte es Algenneulingen auch erleichtern sich mit den essbaren Algen vertraut zu machen.

Wir für unseren Teil versuchen stetig unser Algen-Wissen und -Rezeptrepertoire zu erweitern und arbeiten zu diesem Zweck auch mit Ernährungsexperten wie Boris Lauser und Niko Rittenau zusammen, die sich als bekennende Fans der Meerespflanzen ausgesprochen haben.

Quellen

Bird, Fions, Seaweed in the kitchen. 2015

McKenna, Sally, Extreme Greens – Understanding seaweeds, 2013

Ullmann, Jörg; Knufmann, Kristin, Algen – Das gesunde Gemüse aus dem Meer, 2016

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